Was ist eine EEG Umlage?

Photovoltaikanlage

Die EEG-Umlage ist Teil des erneuerbare Energien Gesetz (EEG) und dient der Finanzierung des Ausbaus der erneuerbaren Energien in Deutschland. Alle Energieverbraucher (Privatkunden und Industrie) sind verpflichtet diese Umlage zu bezahlen. Nur in AusnahmefÀllen wird eine verringerte Umlage erhoben.

Gesetzliche Grundlagen fĂŒr die EEG-Umlage

Die „EEG-Umlage“ dient dem Ausbau erneuerbarer Energien und soll zur Energiewende beitragen. „EEG“ steht fĂŒr das „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ und wird noch heute in Bezug auf die Kosten fĂŒr Verbraucher und BegĂŒnstigungen der Industrie kontrovers diskutiert.

Das EEG legt fest, dass Strom, der aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt wird, bevorzugt in Stromnetze einzuspeisen ist. Netzbetreiber, die fĂŒr die Infrastruktur der Stromnetze verantwortlich sind, mĂŒssen diesen Strom bevorzugt einkaufen. Nach § 6 Abs. 1 des EEG sind sie berechtigt und gleichzeitig verpflichtet, von Stromversorgern, die Strom an Verbraucher liefern, einen Anteil des an die Endverbraucher gelieferten Strom zu verlangen. Dieser Anteil besteht aus den Ausgaben abzĂŒglich der Einnahmen, die nach der Erneuerbare-Energie-Verordnung entstanden sind. Hier handelt es sich um die EEG-Umlage.

Die Netzbetreiber ermitteln diese Summe und veröffentlichen jeweils bis zum 15. Oktober eines Kalenderjahres die Umlage des darauf folgenden Kalenderjahres. Durch die Begleichung der EEG-Umlage wird die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben der Übertragungsnetzbetreiber gedeckt. Grundlage bildet § 3 Abs. 3 und 4 der Erneuerbare-Energien-Verordnung (EEV) sowie § 6 der Erneuerbare-Energien-AusfĂŒhrungsverordnung (EEAV) gedeckt.

Hintergrund der EEG-Umlage

Die EEG-Umlage soll den Ausbau erneuerbarer Energien finanzieren. Nach den Regelungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sind Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) verpflichtet, Strom aus Anlagen erneuerbarer Energien (EE-Anlagen), die Strom in das öffentliche Netz einspeisen, zu einer bestimmten VergĂŒtung abzunehmen. Der Strom wird anschließend an der Strombörse oder im außerbörslichen Handel verkauft. Die Differenz zwischen den Produktionskosten fĂŒr Strom und dem erzielten Marktpreis wird durch diese EEG-Umlage finanziert.

Die EEG-Umlage muss dabei von allen Stromverbrauchern ĂŒber einen bestimmten Anteil der Bezugskosten von Strom finanziert werden. Ausnahmen gelten fĂŒr verbrauchsintensive Industrien. Seit 2014 mĂŒssen auch Eigenversorger eine solche Umlage begleichen, sofern Sie nicht einer der im EEG festgelegten Sonderregelungen fallen.

Zusammensetzung der EEG-Umlage

EE-Anlagen, die den erzeugten Strom nicht direkt vermarkten, speisen ihn in das öffentliche Netz ein. DafĂŒr erhalten Sie vom Übertragungsnetzbetreiber eine festgelegte VergĂŒtung, die 20 Jahre lang gesetzlich garantiert wird. Sie kann aber ĂŒber den von den Übertragungsnetzbetreibern im Handel mit erzeugtem Strom erzielten Gewinn liegen. Damit ein Verlust vermieden wird, erfolgt der Ausgleich der Differenz zwischen zu zahlender VergĂŒtung und erwirtschafteten Einnahmen aus dem Stromverkauf durch die EEG-Umlage.

Ebenso finanziert sich aus der EEG-Umlage die MarktprĂ€mie, die durch das MarktprĂ€mienmodell im EEG seit 2014 festgelegt ist. Anlagenbetreiber, welche nicht mehr in einer fixen EEG-VergĂŒtung sind, sondern ihren Strom direkt auf den Markt bringen, erhalten diese MarktprĂ€mie. Sie gleicht die Differenz zwischen der Förderhöhe der stromerzeugenden Anlage und dem Großhandelspreis des Stroms aus. Die Höhe der PrĂ€mie erfolgt seit dem EEG 2017 durch Ausschreibungen.

Einflussfaktoren auf die EEG-Umlage

Die Höhe der EEG-Umlage wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Wichtigstes Kriterium ist der Börsenstrompreis, der an der Spotbörse gehandelt wird. Er wird dort am Day-Ahed und Intraday-Markt ermittelt. Weitere Kriterien sind die Höhe des Letztverbrauchs, der Zubau EEG-geförderter Anlagen und der aktuelle EEG-Kontostand. Dieser wird zusammen mit Einnahmen und Ausgaben der Übertragungsnetzbetreiber veröffentlicht. Hinzu kommt die LiquiditĂ€tsreserve, die zur Begleichung unerwartet hoher VergĂŒtungszahlungen genutzt wird. Ist ein Jahr zum Beispiel besonders sonnenreich, wird durch EEG-Anlagen besonders viel Strom eingespeist, was an der Strombörse zu niedrigen Preisen fĂŒhrt.

Funktionsweise der EEG-Umlage

Betreiber von EEG-Anlagen, die Strom aus Photovoltaik, Wasser, Wind, Geothermie oder Biomasse herstellen, dĂŒrfen den Strom in das Stromnetz einspeisen. Sei erhalten einen fĂŒr 20 Jahre garantierten Preis. Wurde zum Beispiel im Jahr 2018 eine Photovoltaikanlage errichtet, werden die nĂ€chsten 20 Jahre je nach GrĂ¶ĂŸe der Anlage zwischen 8,44 und 12,20 Cent gezahlt. Der Netzbetreiber erhĂ€lt fĂŒr diesen Strom oft nicht den Preis, welchen er an den Betreiber gezahlt hatte. Die Differenz erhĂ€lt er aus der EEG-Umlage, die von jedem Verbraucher ĂŒber den Strompreis gezahlt werden muss. Sie betrĂ€gt 2018 6,50 Cent pro Kilowattstunde.

Ausnahmen von der EEG-Umlage

Die Umlage ist nicht fĂŒr alle Verbraucher von Strom gleich hoch. Unternehmen aus Branchen mit besonders hohem Stromverbrauch und die sich in einem internationalen Wettbewerb befinden, erhalten ErmĂ€ĂŸigungen. Geregelt sind diese besonderen Ausgleichsregelungen in §§ 63 ff. des EEG 2021.

Zu den antragsberechtigten Unternehmen zĂ€hlen u. a. stromkostenintensive Betriebe, selbststĂ€ndige Teile eines Unternehmens, Betreiber von Schienenbahnen sowie neu gegrĂŒndete Unternehmen. Seit 2021 gibt es sogar die Möglichkeit, eine Begrenzung der EEG-Umlage beim Erwerb von „Landstrom“ durch Seeschiffe zu erhalten.

Alle Unternehmen, die eine EEG-Umlage begrenzen wollen, mĂŒssen weitere Antragsvoraussetzungen erfĂŒllen. Der umlagepflichtige Stromverbrauch muss im letzten GeschĂ€ftsjahr mehr als 1 GWh betragen. Die Unternehmen mĂŒssen eine bestimmte StromkostenintensitĂ€t, bestehend aus dem VerhĂ€ltnis der Stromkosten zum Mittel der Bruttowertschöpfung des Unternehmens vorweisen. Weitere Voraussetzung ist die Zertifizierung eines Systems des Energie- oder Umweltmanagements. Ebenso gibt es fĂŒr Schienenbahnen abweichende Regelungen.

Alle Unternehmen mĂŒssen die Voraussetzungen fĂŒr einen Antrag auf Begrenzung der EEG-Umlage durch geprĂŒfte JahresabschlĂŒsse der letzten abgeschlossenen GeschĂ€ftsjahre nachweisen.

AntrĂ€ge sind unter Einhaltung vom Fristen beim Bundesamt fĂŒr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, Referate 521 – 524 BesAR Grundsatz, Förderbereiche 1 – 3, Frankfurter Straße 29 – 35, 65760 Eschborn zu stellen.

EEG-Umlage fĂŒr Eigenstromverbraucher

Auch Eigenstromverbraucher sind seit 2014 verpflichtet, eine EEG-Umlage fĂŒr selbst erzeugten und verbrauchten Strom zu zahlen. Jedoch gelten hier zahlreiche Sonderregelungen, durch die EineReduzierung beziehungsweise Befreiung möglich ist. Nach § 61 b EEG 2021 zahlen Eigenversorger einen reduzierten Beitrag von 40 Prozent der EEG-Umlage. Betreiber von Anlagen mit einer GrĂ¶ĂŸe bis zu 30 kW werden vollstĂ€ndig von der EEG-Umlage befreit. FĂŒr Anlagen der Eigenversorgung, die schon vor dem 01.08.2014 bestanden, existieren weitere Sonderregelungen, die eine vollstĂ€ndige oder fast vollstĂ€ndige ErmĂ€ĂŸigung von der EEG-Umlage vorsehen.

EE-Richtlinie der EU

Durch die Erhebung von Umlagen auf den Betrieb eigener Anlagen wird deren Betrieb weniger interessant, was den Ausbau erneuerbarer Energien hemmt. Art. 21 der EE-Richtlinie der EU legt jedoch klar fest, dass Hindernisse, Abgaben, Umlagen und GebĂŒhren bei der Eigenversorgung durch erneuerbare Energien abzubauen sind. Jedoch enthĂ€lt auch diese Richtlinien wieder Ausnahmen und bietet InterpretationsspielrĂ€ume. Sie muss bis Mitte 2021 in nationales Recht und somit in das deutsche EEG, umgesetzt werden.

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