Die Einspeiseverg├╝tung auch bekannt unter dem Begriff Solarverg├╝tung ist eine staatlich festgelegte Verg├╝tung von eingespeistem Strom. Sie dient in erster Linie dazu die Einspeisung von Stromerzeugnissen in das regionale Netz zu f├Ârdern.
Bei der Einspeiseverg├╝tung handelt es sich um ein Mindestpreissystem. Investoren gibt die Einspeiseverg├╝tung (Solarverg├╝tung) Sicherheit in der Planung. Die Einspeiseverg├╝tung ist degressiv gestaltet. Degressiv bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Verg├╝tung des eingespeisten Stroms j├Ąhrlich um einen bestimmten Prozentsatz verringert wird.

Das Modell der degressiven Verg├╝tung basiert auf der Erschaffung eines k├╝nstlich erzeugten Kostendrucks. Anbieter von gef├Ârderten Anlagen werden gezwungen nicht nur kosteng├╝nstiger zu produzieren, sondern auch effizienter und nachhaltiger. Das erkl├Ąrte Ziel dazu ist langfristig angelegt. Neue Technologien sollen zuk├╝nftig auch ohne Hilfen oder F├Ârderungen am Markt bestehen k├Ânnen.

Das eigentliche Erfolgsgeheimnis des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sehen die Sozialwissenschaftler Weert Canzler und Andreas Knie in der Kombination einer garantierten Einspeiseverg├╝tung mit dem Planungsvorgang und der damit verbundenen Planungssicherheit.

Einspeiseverg├╝tung (Solarverg├╝tung) f├╝r Photovoltaikanlagen

Die Einspeiseverg├╝tung oder Solarverg├╝tung f├╝r Photovoltaikanlagen das Jahr 2016 betreffend ist derzeit stabil. Eine monatliche K├╝rzung der Einspeiseverg├╝tung ÔÇô wie es in den letzten Jahren noch Gang und Gebe war ÔÇô gibt es nicht mehr.

Wer seine Solaranlage im Januar dieses Jahres in Betrieb genommen hat kann bei einer Dachanlage auf Wohngeb├Ąuden und einer Anlage mit einer Nennleistung bis 10 kWp mit einer Einspeiseverg├╝tung von 12,31 Cent/kWh rechnen. Bei einer Dachanlage auf Wohngeb├Ąuden mit einer Nennleistung zwischen 10 kWp bis 40 kWp kann eine Einspeiseverg├╝tung von 11,97 Cent/kWp erwirtschaftet werden. Bei gr├Â├čeren Dachanlagen auf Wohngeb├Ąuden mit einer Nennleistung zwischen 40 kWp und 100 kWp wird eine Einspeiseverg├╝tung in H├Âhe von 10,71 Cent/kWp gezahlt.

Die Einspeiseverg├╝tung von Dachanlagen auf Nichtwohngeb├Ąuden oder Freifl├Ąchenanlagen mit einer Nennleistung von bis zu 100 kWp wird f├╝r Anlagen, welche im Januar in Betrieb genommen wurden derzeit mit 8,53 Cent/kWp verg├╝tet.
F├╝r Betreiber einer Photovoltaikanlage, welche ihre Anlage im Februar 2016 oder M├Ąrz dieses Jahres in Betrieb genommen haben gibt es derzeit keinerlei K├╝rzungsbetr├Ąge gegen├╝ber dem Vormonat.

Wichtig:
Wird eine bestehende Photovoltaikanlage erweitert und mit der alten Anlage verg├╝tungsbezogen miteinander verschmolzen, werden die Ertr├Ąge der neuen Anlage mit der aktuell g├╝ltigen Einspeiseverg├╝tung verg├╝tet. Eine Verg├╝tung der Ertr├Ąge mit den damalig g├╝ltigen Verg├╝tungss├Ątzen ist nicht m├Âglich.

Solaranlagen ab 100 kWp ohne Einspeiseverg├╝tung

Photovoltaikneuanlagen mit einer Nennleistung von mehr als 100 kWp werden nicht mehr mit einer Einspeiseverg├╝tung verg├╝tet. Die bisherige H├Âchstgrenze zur Gew├Ąhrung der Einspeiseverg├╝tung lag bisher bei 10.000 kWp. Bei Neuanlagen jeglicher Art mit einer Nennleistung von mehr als 100 kWp werden aktuell mit einer F├Ârderung, der sogenannten ÔÇ×Markpr├ĄmieÔÇť bezuschusst. Im Gegenzug sind Betreiber jedoch dazu verpflichtet einen Direktvermarkter zur Vermarktung des erzeugten und eingespeisten Stroms zu beauftragen.

Auch das altbew├Ąhrte Marktintegrationsmodell wurde wieder abgeschafft. F├╝r Anlagenbetreiber bedeutet das, dass Neuanlagen wieder f├╝r die gesamte eingespeiste Strommenge, welche ├╝ber das Jahr produziert wurde, die aktuell g├╝ltige Einspeiseverg├╝tung erhalten.

Die monatliche Einspeiseverg├╝tung, welche kontinuierlich seit August 2014 sinkt, sinkt weiter, jedoch nicht mehr ganz so schnell. Die Einspeiseverg├╝tung sinkt monatlich derzeit um 0,5 Prozent. Bisher war es 1 Prozent bezogen auf die Einspeiseverg├╝tung des Vormonats. Die Voraussetzung zur weiteren K├╝rzung ist, dass der Zubau im Jahr an Photovoltaikanlagenleistungen k├╝nftig zwischen 2.400 und 2.600 Megawatt liegt. Betr├Ągt der j├Ąhrliche Zubau mehr als 2.600 Megawatt wird die Einspeiseverg├╝tung zuk├╝nftig st├Ąrker gek├╝rzt als die aktuell g├╝ltigen 0,5 Prozent. Liegt der j├Ąhrliche Zubau unterhalb der 2.400 Megawatt-Grenze wird die aktuell g├╝ltige Einspeiseverg├╝tung weniger stark gek├╝rzt.

Die jeweiligen Anpassungen erfolgen quartalsweise zum 01. Januar, 01. April, 01. Juli sowie zum 01. Oktober und sind f├╝r das darauffolgende Quartal g├╝ltig.

Eigenverbrauch von Solarstrom

Der Eigenverbrauch von Solarstrom ist nach wie vor verg├╝tungsfrei. Lediglich f├╝r Betreiber, welche ihre Photovoltaikanlage zwischen dem 01.01.2009 und dem 31.12.2012 in Betrieb genommen haben, bleibt die bisher bestehende Eigenverbrauchsverg├╝tung weiterhin g├╝ltig.

Als Neu gilt weiterhin, dass auf jede selbst verbrauchte Kilowattstunde Strom, welche mittels einer selbstbetriebenen Photovoltaikanlage generiert wird, eine Abgabe gezahlt werden muss. Bis Ende des Jahres 2015 betrug diese Abgabe pro selbstverbrauchter Kilowattstunde 30 Prozent der g├╝ltigen EEG Umlage, was wiederum einen derzeitigen Betrag von 1,87 Cent/kWp entspricht.

F├╝r das aktuelle Jahr 2016 wurde die Abgabe entsprechend erh├Âht und betr├Ągt derzeit 35 Prozent der g├╝ltigen EEG Umlage, was einem derzeitigen Betrag von 2,18 Cent/kWp entspricht. Ab dem Jahr 2017 wird die Abgabe auf 40 Prozent der g├╝ltigen EEG Umlage erh├Âht. Sie betr├Ągt zum derzeitigen Zeitpunkt 2,50 Cent/kWp.

Die Anpassung der Abgabens├Ątze wird r├╝ckwirkend berechnet und gilt f├╝r alle Neuanlagen, welche ab dem 01. August 2014 in Betrieb genommen wurden. Von der Abgaberegelung auf den Eigenverbrauch befreit gelten alle Anlagen, welche eine Nennleistung von weniger als 10 kWp aufweisen sowie Inselanlagen und Bestandsanlagen, welche vor dem 01.08.2014 in Betrieb genommen wurden. Sowie alle Anlagen, welche bereits vor dem 01. August 2014 den selbst erzeugten Strom selbst verbraucht haben.

Verbreitung der Einspeiseverg├╝tung

2012 wurden in 20 europ├Ąischen Staaten Einspeiseverg├╝tungen f├╝r die Erschaffung erneuerbarer Energien eingef├╝hrt. Im Vergleich dazu waren andere Modelle der F├Ârderung f├╝r erneuerbare Energien wie beispielsweise die Quotenregelung oder das klassische Modell der Abschreibung deutlich weniger verbreitet. Die Online-Datenbank des Bundesumweltministeriums gibt einen detaillierten Einblick ├╝ber die H├Âhe der jeweiligen Einspeiseverg├╝tung.

Das wohl bekannteste Beispiel f├╝r Deutschland stellt das Erneuerbare-Energien-Gesetz dar. Es beinhaltet die Regeln, welche zu einer Einspeiseverg├╝tung berechtigen. Weltweit dient dieses Gesetz als Anschauungsbeispiel f├╝r den Aus- und Aufbau der alternativen Stromerzeugung. Seine solide gepr├Ągte Grundstruktur wurde bereits Anfang 2012 von 65 Staaten und 27 Bundesstaaten und Provinzen ├╝bernommen. Damit stellt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) der weltweit am weitesten verbreitete Mechanismus zur F├Ârderung alternativer Energieerzeugung dar. Der Vorg├Ąnger des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) war das 1990 beschlossene Stromeinspeisegesetz. Mit diesem wurden Elektrizit├Ątsunternehmen erstmals in Deutschland verpflichtet, elektrische Energien aus regenerativen Umwandlungsprozessen abzunehmen und entsprechend zu verg├╝ten.

Mit der darauffolgenden EEG-Novelle im Jahr 2014 wurde eine Einspeiseverg├╝tung auf Ausschreibungsverfahren geplant. Die daraus resultierende Kostenersparnis wurde als Hauptgrund f├╝r diese Umstellung des F├Ârdergrundsatzes angef├╝hrt. Leider trat bei der ersten durchgef├╝hrten Ausschreibungsrunde im Jahr 2015 der gegenteilige Effekt auf. Die ├╝ber die Ausschreibungen ermittelten Preise bewegten sich in einem deutlich h├Âheren Niveau als die bisher gezahlten festen Einspeiseverg├╝tungen.

Wirksamkeit der Einspeiseverg├╝tung

Als effektivster F├Ârdermechanismus zum Ausbau erneuerbarer Energien galt die Einspeiseverg├╝tung. Zahlreiche Studien belegen, dass Staaten, welche auf die Auszahlung einer Einspeiseverg├╝tung setzen, niedrigere F├Ârderkosten sowie einen starken Zubau erneuerbarer Energien verzeichnen konnten. Staaten, welche hingegen auf andere F├Ârdermodelle setzen, erzielen genau das Gegenteil. Erfahrene Wissenschaftler sind sich einig, dass sich eine Einspeiseverg├╝tung sogar in zweierlei Hinsicht bezahlt macht.

So herrscht eine starke ├ťbereinstimmung dar├╝ber, dass die Einspeiseverg├╝tung nicht nur effektiver ist, sondern auch langfristig g├╝nstiger als die auf Quoten basierenden F├Ârdersysteme. Staaten wie Deutschland, Spanien und D├Ąnemark konnten auf diese Art und Weise (Bereitstellung einer Einspeiseverg├╝tung) im Vergleich zu anderen Staaten den Ausbau der erneuerbaren Energien erfolgreicher gestalten. Staaten, welche hingegen auf die Quotenregelung gesetzt haben wie beispielsweise Italien oder Gro├čbritannien waren im Wesentlicheren weniger erfolgreich. L├Ąnder wie Japan und China, welche bisher auf die quotenregulierte Regelung gesetzt haben, setzen mittlerweile ebenso auf die Einspeiseverg├╝tung.

Gut aufeinander abgestimmte Einspeiseverg├╝tungsmodelle schaffen bei Betreibern zudem Sicherheit in Bezug auf die Investition sowie auf die Lebensdauer einer Anlage. Sie prognostizieren zudem die Stabilit├Ąt des Einkommens. Weiterhin senkt das Modell der Einspeiseverg├╝tung die Kosten, denn Betreiber k├Ânnen sich zu g├╝nstigeren Konditionen die Investitionssumme leihen, als es hingegen bei unsicheren Einkommensfl├╝ssen der Fall ist. Genau aus diesem Aspekt reduziert sich auch der Bedarf nach hohen Kapitalrenditen.

Tipp: Lesen Sie auch unseren Artikel zum Thema: Lohnt sich eine Solaranlage?

Die Attraktivit├Ąt einer Einspeiseverg├╝tung gegen├╝ber Marktpr├Ąmienmodellen ist sogar f├╝r Investoren mit niedriger F├Ârderh├Âhe gegeben. Risikoaverse Investoren sind bereit eine niedrigere Rendite in Kauf zu nehmen, wenn sie im Gegenzug mit einer sicheren fixen Einspeiseverg├╝tung rechnen k├Ânnen. Auch der technologische Fortschritt wird durch eine fixe Einspeiseverg├╝tung gef├Ârdert, was wiederum dazu f├╝hrt, dass sich die Kosten weiter senken.

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