SolardÀcher

Wer sich mit der Planung einer Solaranlage beschĂ€ftigt, benötigt zunĂ€chst eine geeignete FlĂ€che. Anschließend ist zu prĂŒfen, ob die Bedingungen am Standort einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlage gewĂ€hrleisten. Ist soweit alles in Ordnung kann mit der konkreten Planung begonnen werden. Der Ratgeber zeigt, welche Voraussetzungen erfĂŒllt sein sollten, damit die Solaranlage alle Möglichkeiten optimal ausschöpfen kann.

Solaranlagen fĂŒr Privathaushalte und Gewerbe

Solaranlagen sind nicht nur fĂŒr Besitzer von Ein- und MehrfamilienhĂ€usern eine interessante Sache. Auch Unternehmen können hiervon profitieren. Insbesondere fĂŒr Firmen mit großen DachflĂ€chen ergibt sich ein hohes Potenzial. Aufgrund des zumeist sehr hohen Verbrauchs lĂ€sst sich bei den Stromkosten einiges einsparen. Die hohen Investitionen können wie bei Privatpersonen durch Förderprogramme reduziert werden. Zudem können Betriebe die auf Solarstrom setzen mit einem positiven Image werben.

Anforderungen fĂŒr die DachflĂ€che

Solaranlagen können auf nahezu allen Arten von DĂ€chern installiert werden. Auf den weitverbreiteten SchrĂ€gdĂ€chern werden die Module einfach parallel zur Eindeckung montiert. Die ursprĂŒngliche Eindeckung bleibt dabei unverĂ€ndert. Alternativ ist bei SchrĂ€gdĂ€chern auch eine Indach-Montage möglich. Bei dieser Variante schließen die Module mit der Dachdeckung ab und ersetzt diese teilweise. Nachteil dabei sind die höheren Kosten sowie eine um etwa 5 Prozent reduzierte Leistung. Bei einem Neubau kann das Dach auch komplett aus Solarmodulen bestehen.

Die Art der Dachbedeckung hat nur einen geringen Einfluss auf die Solaranlage. Aufdachdeckungen sind bei allen Varianten möglich. Unterschiede gibt es nur bei den verwendeten Halterungen. Die Indach-Montage kann mit Ausnahme von SchilfdÀchern ebenfalls bei allen Bedeckungsarten genutzt werden.

Bei FlachdĂ€chern werden die Solarmodule auf Metallrahmen montiert. Dies hat unter anderem den Vorteil, dass es keine Vorgaben bezĂŒglich Himmelsrichtung und Neigungswinkel gibt. Die Module können somit individuell ausgerichtet werden.

Wer ĂŒber kein eigenes Dach verfĂŒgt kann ebenfalls von den Vorteilen einer Solaranlage profitieren. So können sich Mieter beispielsweise zu einer Betreibergesellschaft zusammenschließen. Die passenden DachflĂ€chen können oftmals bei der Kommune angemietet werden.

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DachflĂ€che fĂŒr Photovoltail vermieten.

Standortanforderungen der Solaranlage

Ist die Frage nach einer möglichen AufstellflĂ€che geklĂ€rt, mĂŒssen die Standortbedingungen geprĂŒft werden. Hierbei sind alle Faktoren welche sich auf die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage auswirken zu berĂŒcksichtigen.

Hierzu gehören:

  • Globalstrahlung
  • Dachneigung
  • Dachausrichtung
  • Verschattung

Mit Globalstrahlung wird die innerhalb eines bestimmten Zeitraums auf einen Quadratmeter auftreffende Strahlungsmenge bezeichnet. Zumeist erfolgt die Angabe pro Jahr. Wie hoch die Globalstrahlung ausfÀllt, hÀngt in der Regel von Standort, Tages- und Jahreszeit sowie den WetterverhÀltnissen ab.

Bei der Planung einer Solaranlage ist die Globalstrahlung pro Jahr eine wichtige AusgangsgrĂ¶ĂŸe. Deutschlandweit liegt der durchschnittliche Wert bei ca. 1.050 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m2*a). Zu beachten ist dabei ein Nord-SĂŒd-GefĂ€lle. In Norddeutschland werden Werte zwischen 900 und 1.000 kWh/m2*a. Im SĂŒden ist je nach Region eine Globalstrahlung von bis zu 1.200 kWh/m2*a zu erreichen. Es gibt also einen Unterschied von rund 20 Prozent.

Ein weiteres wichtiges Kriterium bei SchrĂ€gdĂ€chern ist die Dachneigung. Bei einer Neigung von etwa 30 Grad kann die Sonne im rechten Winkel einstrahlen, wodurch die Solarzellen optimal arbeiten können. Abweichungen von 20 Prozent sind stellen kein besonderes Problem dar. Die Leistung sinkt dabei lediglich um etwa 5 Prozent ab. Die Mehrzahl der SchrĂ€gdĂ€cher sind deshalb sehr gut geeignet. Zu beachten ist, dass sich die Bahn der Sonne im Laufe eines Jahres Ă€ndert. Mithilfe von NachfĂŒhrsystemen werden die Module immer optimal zur Sonne ausgerichtet.

In Verbindung mit der Dachneigung spielt auch die Ausrichtung des Daches eine Rolle. Im Idealfall zeigt das Dach nach SĂŒden, kleinere Abweichungen stellen jedoch kein Problem dar. Bei einer Abweichung von 45 Prozent, wenn das Dach also nach SĂŒdwest bzw. SĂŒdost ausgerichtet ist, liegen die Einbußen bei nur 5 Prozent. Selbst bei einer reinen West- oder Ostausrichtung können noch ordentliche ErtrĂ€ge erzielt werden. Die Minderung betrĂ€gt rund 20 Prozent, was sich durch eine grĂ¶ĂŸere FlĂ€che oftmals wieder ausgleichen lĂ€sst.

Ein Faktor, der sehr oft unterschĂ€tzt wird, ist die Verschattung. Werfen BĂ€ume oder andere GebĂ€ude regelmĂ€ĂŸig Schatten, muss die Anlage besonders genau geplant werden. Der Schatten mindert die Leistung des gesamten betroffenen Teils, sodass es sinnvoll sein kann, in bestimmten Bereichen keine Module zu montieren.

Anforderungen an die Statik

Die Installation einer Solaranlage stellt fĂŒr die Dachkonstruktion immer eine gewisse Belastung dar. Deshalb sollte das Dach vorab immer durch einen geprĂŒften Statiker oder Architekten untersucht werden. Hierzu werden die BauplĂ€ne des betreffenden GebĂ€udes sowie die ursprĂŒnglich erstellten Statikunterlagen benötigt. Liegen die erforderlichen Unterlagen nicht mehr vor kann unter UmstĂ€nden das Bauamt oder das mit der BauausfĂŒhrung beauftragte Unternehmen weiterhelfen. Je nach Aufwand der Untersuchung muss mit Kosten zwischen 300 Euro und 1.000 Euro gerechnet werden. Wie hoch die zusĂ€tzliche Last ausfĂ€llt, hĂ€ngt immer von der Art des Montagegestells und der eingesetzten Module ab.

Belastung bei einem SchrÀgdach:

  • etwa 16 bis 24 kg/m2

Belastung bei einem Flachdach:

  • Ohne Dachdurchdringung ca. 7 bis 12 kg/m2
  • Mit Dachdurchdringung ca. 18 bis 30 kg/m2
  • Mit Wanne, je nach GebĂ€udehöhe, ca. 30 bis 120 kg/qm

Die Verantwortung fĂŒr eine ausreichende Statik liegt immer beim Betreiber der Solaranlage und nicht beim installierenden Unternehmen. In den meisten FĂ€llen ist eine PrĂŒfung der Statik im Angebotspreis enthalten.

Rechtliche Voraussetzungen fĂŒr Solaranlagen

Eine grundsĂ€tzliche Genehmigungspflicht fĂŒr Solaranlagen gibt es nicht. Dies gilt sowohl fĂŒr die Konstruktion auf DĂ€chern wie auch an Außenfassaden. Die Solaranlage fĂ€llt unter die Kategorie „bauliche Anlagen“, deren Bestimmungen in den Bauordnungen der LĂ€nder geregelt sind.

Bei denkmalgeschĂŒtzten HĂ€usern ist generell eine Genehmigung erforderlich. Sofern das GebĂ€ude durch die Solaranlage nicht beschĂ€digt wird, erfolgt die Ausstellung durch die Behörden des zustĂ€ndigen Bundeslandes. Örtliche BebauungsplĂ€ne können ebenfalls einer Solaranlage entgegenstehen. In einigen BundeslĂ€ndern sind Solaranlagen die aus dem GebĂ€ude herausragen immer Genehmigungspflicht.

Freilandanlagen verĂ€ndern das Landschaftsbild und bedĂŒrfen somit grundsĂ€tzlich einer Genehmigung. Eingriffe in die Natur mĂŒssen immer durch die Bauordnung gedeckt sein. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ein Baum gefĂ€llt wird, um eine Verschattung zu vermeiden. Hier legen in der Regel die Gemeinden bestimmte Grenzen fest. Bei BĂ€umen mit einem Durchmesser von mehr als 10 cm ist zumeist eine Genehmigung erforderlich. Wer gegen diese Auflagen verstĂ¶ĂŸt, muss mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro rechnen.

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