Was ist ein CO2 Minderungsfahrplan?

Kohlekraftwerk / Umweltverschmutzung

Deutschland ist in Sachen CO2 besonders in der Pflicht: Die erfolgreichste europäische Industrienation verursacht pro Kopf einen doppelt so hohen klimaschädigenden Treibhausgas-Ausstoß wie alle anderen Staaten. Der Plan lautet daher, bis 2030 – also innerhalb von nur zehn Jahren – den Ausstoß von Treibhausgasen zu halbieren.

Der deutsche CO2 Minderungsfahrplan heißt “Klimaschutzplan 2050“. Dabei handelt es sich um einen detaillierten “Fahrplan”, der die Maßnahmen, Stationen und Fristen für eine Minderung des deutschen CO2 Ausstoßes beschreibt. Das ehrgeizige Ziel klingt gut. Doch es hapert bisher mit der Umsetzung. Ein Grund dafür ist, dass es sich bei allen vorgeschlagenen Fahrplan-Stationen nur um Orientierungshilfen handelt.

So entwickelt sich beispielsweise der Verkauf von Elektroautos nicht wie gewünscht. Stattdessen wurden häufiger Benziner und Diesel angeschafft. Selbst die Corona-Krise konnte dem Klima nur wenig Erholung verschaffen. Die Zeit drängt. Was könnte ein konkreter CO2 Minderungsplan bewirken?

Siehe auch: Nutzen sie schon ihren CO2 Minderungsfahrplan? (Angebot für Firmen)

Ein Beispiel für einen CO2 Minderungsfahrplan

Die Ziele der deutschen Klimaschutzpolitik wurden 2016 in einem detaillierten CO2 Minderungsfahrplan festgelegt. Dieser wollte – ähnlich einem Busfahrplan – mit klaren Daten und Stationen aufwarten, die im Ergebnis kontrollierbar sind.

Mit dem “Klimaschutzplan 2050” hat die amtierende Bundesregierung schon 2016 ihren CO2 Minderungsfahrplan vorgelegt. Er umfasst die klimaschutzpolitischen Grundsätze und die angestrebten Ziele der regierenden CDU-SPD-Koalition. Deutschland konnte sich damit als eines der schnellsten Länder positionieren, die eine “Klimaschutz-Langfriststrategie” gemäß des Pariser Abkommens erstellt hatten.

Formuliert sind in der deutschen “Klimaschutz-Langfriststrategie” tatsächlich anspruchsvolle Ziele. Demnach soll Deutschland bis 2050 weitgehend Treibhausgas-neutral sein. Der deutsche CO2 Minderungsfahrplan bzw. Klimaschutzplan sieht konkret vor, dass die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland mittelfristig – also bis 2030 – um mehr als 55 Prozent gegenüber den Treibhausgas-Emissionen von 1990 abgesenkt werden sollen.

Konkrete Ziele des deutschen CO2 Minderungsfahrplans

Ein CO2 Minderungsfahrplan schreibt vor, wie genau bestimmte Klimaziele erreicht werden sollen. In unserem Beispiel geht es um den aktuellen CO2 Ausstoß in Deutschland und die daraus resultierende Erderwärmung.

Am Klimawandel sind verschiedenste Verursacher und Faktoren beteiligt – beispielsweise die Emissionen aus dem Verkehr, dem Nah- und Ferntourismus, der Forst- und Landwirtschaft oder der gesamten produzierenden Industrie. Auch private Klimasünder sind zu verzeichnen. Der Staat selbst kann ebenfalls Klimasünder sein, indem er beispielsweise klimabezogene Gesetzesvorhaben nach hinten verschiebt. Er ist Klimasünder, wenn er nicht verhindert, dass Müllverbrennung in einem erschreckenden Ausmaß systematischen Recycling vorgezogen wird.

Die Bundesregierung hat zum Erreichen der angepeilten Klimaziele einen inhaltlich konkretisierten CO2 Minderungsfahrplan aufgestellt. Dieser Fahrplan widmet sich detailliert den angestrebten Klimazielen für einzelne Bereiche. Er benennt spezifiziert die nötigen Entwicklungsschritte und enthält beispielhafte Umsetzungsmaßnahmen. Er beschreibt, wie Monitoring und Controlling durchgeführt werden sollen. Um diese Ziele umzusetzen, müssen aber erst entsprechende Gesetze und Verordnungen erlassen werden.

Ein hoher CO2-Ausstoß sorgt für Erderwärmung

Der CO2 Ausstoß ist ursächlich dafür, die Erderwärmung hochzutreiben. Ziel eines nationalen CO2 Minderungsplans soll daher sein, die Erderwärmung möglichst schnell auf Werte unterhalb von zwei bzw. 1,5 Grad Celsius abzusenken. Das soll durch einen drastisch verringerten CO2-Ausstoß gelingen. Oberhalb von 2 Prozent Erderwärmung droht eine Klimakatastrophe unvorstellbaren Ausmaßes. Prekär ist allerdings, dass die Verantwortlichen schon viel früher hätten Gegenmaßnahmen ergreifen müssen.

Es ist seit Jahrzehnten bekannt, dass die Erderwärmung weiter zunimmt. Der aktuelle CO2-Ausstoß hätte auf Dauer fatale Folgen für den Planeten. Der bereits spürbare Klimawandel bedroht bei einem Forschreiten das Leben aller Bewohner der Erde. Ein CO2 Minderungsplan soll nun von jedem am Pariser Abkommen beteiligten Industriestaat erstellt werden. Mit den geplanten Maßnahmen sollen der unumkehrbare “Kippmoment” und eine weltweite Klimakatastrophe verhindert werden.

An den erfolgten Maßnahmen und Stationen eines CO2 Minderungsplans kann dann gemessen werden, wie erfolgreich die eingesetzten Strategien waren. Der deutsche Klimaschutzplan 2050 versteht sich aber nur als “inhaltliche Orientierung” für den notwendigen Umkehrprozess.

Warum sind Orientierungshilfen nicht ausreichend?

Auch wenn im deutschen Klimaschutzplan konkretisierte inhaltliche Orientierungen für die Bereiche Energieversorgung, Land- und Forstwirtschaft, den Gebäude- und Verkehrsbereich sowie Wirtschaft und Industrie festgelegt wurden, mangelt es dem CO2 Minderungsplan an verbindlichen Vorgaben.

Es geht um ein komplexes Miteinander verschiedenster Instanzen. Deren Vertreter müssten erst einmal viel Geld in die Hand nehmen, um klimafreundlich umzurüsten und ihren derzeitigen CO2-Ausstoß erheblich zu verringern. Begriffe wie CO2-neutrale Wirtschaft, Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Ressourcenschutz oder Erhalt der Biodiversität umreißen das Arbeitsfeld.

Die Energiewende wurde in Deutschland bereits eingeleitet. Die Verkehrswende lässt weiter auf sich warten. Der weltweite Tourismus kam durch die Corona-Pandemie zum Erliegen. Ob das jedoch eine klimafreundliche Wende einleitet, ist fraglich. Die klimaschädliche Verstromung von Kohle darf nach bisherigem Stand noch bis spätestens 2038 weiterlaufen. Diese Beispiele zeigen, wie komplex das Unterfangen ist.

Zudem drängt die Zeit. Allein die Emissionen aus dem derzeitigen Gebäudebestand oder veralteter Heizsysteme zu halbieren, ist eine Herkules-Aufgabe. Andere klimaschädliche Bereiche wurden in diesem Artikel nicht einmal als Beispiel angeführt. Welche Chancen der deutsche CO2 Minderungsplan hat, die gesetzten Ziele tatsächlich fristgerecht zu erreichen, ist fraglich.

Unterstützung durch individuelle CO2 Minderungsfahrpläne

Wir alle müssen wissen, was ein CO2 Minderungsplan für unser persönliches Leben bedeutet. Neben politischen Maßnahmen, die demnächst beschlossen werden, werden auch individuelle Anstrengungen notwendig.

Klimaforscher, Naturkundler, grüne Politiker und “Fridays-for Future”-Demonstrant(inn)en drängen auf eine schnellere und konsequentere Umsetzung von CO2-reduzierenden Maßnahmen. Der Knackpunkt ist, dass die spürbaren Effekte aller erfolgten Maßnahmen noch Jahre auf sich warten lassen können. Folglich müsste sich jeder einzelne Weltbürger daran beteiligen, die drohende Klimakatastrophe abzuwenden. Sie betrifft uns alle durch ihre Auswirkungen.

Die Folgen des hohen CO2-Ausstoßes sind zwar regional unterschiedlich dramatisch. Doch am Ende bekommt sie jeder zu spüren. Die Menschen in industrialisierten Ländern sind besonders gefordert. Denn sie sind es, deren CO2 Ausstoß dramatische Folgen angenommen hat. Auch wenn in anderen Staaten noch kein derartiger Industrialisierungsgrad vorliegt, wird auch für sie ein CO2 Minderungsplan erforderlich sein. Klima kennt nun einmal keine Grenzen. Können wir den weltweiten CO2 Ausstoß nicht drastisch mindern, droht uns allen ein Klimakollaps.

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