Energiespeicher Karikatur / Bild: Gerhard Mester CC BY-SA 4.0
Energiespeicher Karikatur / Bild: Gerhard Mester CC BY-SA 4.0

Mit einem Solarspeicher bzw. Stromspeicher kann man die Effizienz von Solaranlagen / Photovoltaikanlageen deutlich steigern. Der Stromspeicher (umgangssprachlich auch “Solarspeicher”) speichert von der Photovoltaikanlage erzeugte ĂŒberschĂŒssige Energie und stellt sie wieder zur VerfĂŒgung, wenn die Anlage gerade nicht genug Strom liefert, um den aktuellen Verbrauch zu decken. Ohne Stromspeicher wĂŒrde die zusĂ€tzlich benötigte Energie aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen und somit bei einem Fremderzeuger eingekauft werden.

Stromspeicher steigern den Eigenversorgungsgrad

Mit einer Solaranlage erzeugt man seinen eigenen Strom und ist nicht mehr von den Energieriesen abhĂ€ngig. Damit spart man natĂŒrlich viel Geld. Das Problem ist allerdings, dass die Energie in dem Moment verbraucht werden muss, indem sie erzeugt wird. Wird mehr Energie produziert als verbraucht, wird der Strom ins öffentliche Stromnetz eingespeist und man erhĂ€lt dafĂŒr eine VergĂŒtung (siehe EinspeisevergĂŒtung fĂŒr Solarstrom).

Wird weniger Strom produziert als verbraucht, muss man entsprechend Strom aus dem Netz einkaufen, was vor allem in den Abendstunden der Fall ist, wenn es dunkel wird und die Solaranlage nur noch sehr wenig Strom produziert. FĂŒr Anlagenbetreiber, die ihre Solaranlage vor April 2012 in Betrieb genommen haben, lohnt es sich noch, Strom ins Netz einzuspeisen, da die VergĂŒtung im Schnitt höher ist als der Strompreis.

Wer seine Solarenergie ins Netz einspeist, statt sie selbst zu verbrauchen, macht in diesem Fall Verluste, da der selbst produzierte Strom teurer ist als der eingekaufte.

Wer ab April 2012 eine Solaranlage in Betrieb genommen hat, erhĂ€lt eine geringere EinspeisevergĂŒtung als diejenigen, deren Anlagen vorher ans Netz gegangen sind. Durch die Anpassung der VergĂŒtung wird der Eigenversorgungsgrad immer wichtiger, da es sich immer mehr lohnt, den Solarstrom selbst zu verbrauchen. Ein höherer Eigenversorgungsgrad ist folglich gleichzusetzen mit niedrigeren Gesamtstromkosten.

Stromspeicher fĂŒr Privathaushalte immer beliebter

Der Hauptgrund fĂŒr die Anschaffung von Solaranlagen ist der Wunsch nach sauberer kostenloser Energie fĂŒr den Eigenbedarf. Da Strom immer teurer wird und die EinspeisevergĂŒtung sinkt, steigt vor allem bei privaten Anlagenbetreibern die Nachfrage nach Stromspeichern. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) hat im Herbst 2012 die Ergebnisse einer Umfrage unter Anlageherstellern veröffentlicht, aus der hervorging, dass rund ein Drittel aller Anlagenbetreiber an der Speicherung der Solarenergie interessiert sind.

Von den potenziellen Kunden, die sich fĂŒr die Anschaffung einer Photovoltaikanlage interessieren, hatte etwa die HĂ€lfte Interesse an Solarspeichern. Bereits in zwei Drittel aller VerkaufsgesprĂ€che wurden laut Herstellerangaben Stromspeicher thematisiert. Zum Zeitpunkt der Umfrage gaben ĂŒber 90 Prozent der Hersteller an, dass die hohen Investitionskosten viele Interessenten abschreckten.

Die Technologie im Bereich der Energiespeicher hat sich seitdem jedoch stark weiterentwickelt. Stromspeicher weisen immer grĂ¶ĂŸere KapazitĂ€ten auf, wĂ€hrend zugleich die Kosten sinken. Zudem unterhĂ€lt die KfW seit Mai 2013 ein Förderprogramm fĂŒr Solarstromspeicher. Gefördert wird die Investition in Solarspeicher mit einem zinsgĂŒnstigen Darlehen. Die KfW gewĂ€hrt abhĂ€ngig von der Leistung der Photovoltaikanlage einen Tilgungszuschuss von bis zu 660 Euro pro Kilowattpeak.

Solarstromspeicher fĂŒr Privathaushalte, welche Technologie?

Es gibt zwei Speichertechnologien, die fĂŒr Privatanwender relevant sind. Auf der einen Seite stehen Solarstromspeicher mit Blei-Gel bzw. Blei-SĂ€ure Technologie, auf der anderen stehen Lithium-Ionen-Akkus. Beide Technologien haben ihre eigenen Vor- und Nachteile, die bei der Entscheidung fĂŒr einen Speicher berĂŒcksichtigt werden sollten.

Vorteile der Technologien

Solarspeicher mit Blei-Akkus basieren auf einer lang erprobten und soliden Technik. Seit Jahrzehnten werden Akkus dieser Bauweise entwickelt, produziert und genutzt. Ein gutes Beispiel ist die Autobatterie auf Blei-SĂ€ure-Basis, die aus keinem Fahrzeug mehr wegzudenken ist. Immer beliebter werden die Ă€hnlich funktionierenden Blei-Gel-Akkus. Im Vergleich zu Blei-SĂ€ure-Batterien sind Blei-Gel-Akkus deutlich weniger wartungsintensiv. Im Gegenzug sind sie dafĂŒr aber auch teurer.

Lithium-Ionen-Akkus kennt man ebenfalls aus dem Alltag, zum Beispiel in Form von Smartphone-Akkus. Grundlegend bieten Lithium-Ionen-Akkus gegenĂŒber Blei-Batterien einige Vorteile. Ein Blei-Akku hat mit rund 3.000 Ladezyklen eine deutlich kĂŒrzere Lebensdauer als Lithium-Batterien, welche etwa 7.000-mal vollstĂ€ndig be- und entladen werden können.

Ein weiterer Vorteil von Solarspeichern mit Lithium-Ionen-Technologie ist ihr Wirkungsgrad von bis zu 95 Prozent, wohingegen Blei-Batterien nur einen Wirkungsgrad von bis zu 86 Prozent erzielen. Lithium-Ionen Batterien kann man außerdem fast vollstĂ€ndig entladen, Blei-Akkus nur zu maximal 80 Prozent. Das bedeutet, dass die nutzbare StromkapazitĂ€t bei Lithium-Ionen Batterien grĂ¶ĂŸer ist. Es wird bei gleicher StromkapazitĂ€t mehr Strom abgegeben.

Nachteile der beiden Speichertechnologien

Aber es gibt auch Nachteile. Lithium-Ionen-Akkus sind derzeit noch deutlich teurer als Ă€hnlich leistungsfĂ€hige Blei-Akkus. Außerdem gibt es noch keine verlĂ€sslichen Langzeitstudien ĂŒber das Alterungsverhalten der Akkus. Bisweilen wurde die Alterung nur simuliert. Wie sich der Solarspeicher tatsĂ€chlich nach mehreren Jahren verhĂ€lt, kann nicht mit hundertprozentiger Sicherheit gesagt werden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Entscheidung fĂŒr eine der beiden Technologien eher eine Frage des Geldes als der LeistungsfĂ€higkeit ist. Blei-Akkus sind bewĂ€hrt und erprobt. Die Technologie ist sicher und relativ gĂŒnstig. Man muss sich nur damit abfinden, dass man sie hĂ€ufiger ersetzen muss als Lithium-Ionen-Akkus. Diese sind zwar teurer, bestechen jedoch durch ihre kompakteren Ausmaße, ihren Wirkungsgrad und ihre Langlebigkeit.

Stromspeicher Kosten

Die Preise fĂŒr Solarspeicher befinden sich im stetigen Wandel. Das liegt an der rasanten Entwicklung des Marktes, der steigenden Nachfrage sowie Verbesserungen der Produktionsprozesse und der Technologie allgemein. Informationen ĂŒber die aktuellen Preise erhĂ€lt man bei lokalen Fachbetrieben.

Solarspeicher mit Blei-Technologie sind derzeit noch deutlich gĂŒnstiger als die Varianten mit Lithium-Ionen-Akkus. Beim Preisvergleich berĂŒcksichtigt man nicht die absolute, sondern nur die nutzbare SpeicherkapazitĂ€t. Schließlich können Blei-Akkus nur bis zu ca. 80 Prozent entladen werden, Lithium-Ionen Akkus dagegen zu beinahe 100 Prozent. Um die gleiche Menge Strom zur VerfĂŒgung stellen zu können, braucht der Blei-Solarspeicher eine grĂ¶ĂŸere GesamtkapazitĂ€t als der Lithium-Ionen-Speicher.

Bei Solarspeichern mit Blei-Technologie kann man mit etwa 200 Euro pro nutzbarer Kilowattstunde rechnen. Lithium-Speicher sind mit 800 bis 1.000 Euro noch deutlich teurer. Die Investition in teurere Lithium-Speicher kann sich auf lange Sicht unter bestimmten UmstĂ€nden bereits jetzt auszahlen. Vor dem Kauf sollte man sich an einen Solarteur wenden, der eine Kosten-Nutzen-Berechnung durchfĂŒhrt. Anhand der lokalen Gegebenheiten und Verbrauchswerte kann er zuverlĂ€ssig errechnen, wie viel eine Kilowattstunde gespeicherten Stroms tatsĂ€chlich kostet.

Der Anschaffungspreis ist nur ein Aspekt der Kosten von Solarspeichern. Die Akkus haben nur eine begrenzte Zahl von Ladungszyklen, bis sie ersetzt werden mĂŒssen. So kann es durchaus sein, dass man mit einem Solarspeicher im Endeffekt mehr fĂŒr seinen Strom bezahlt als beim Einkauf. Nur ein Fachmann kann mit Sicherheit sagen, ob sich im Einzelfall ein Solarspeicher lohnt und ĂŒber welche Eigenschaften er verfĂŒgen muss.

Auf lange Sicht werden Solarspeicher aber immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die sinkenden Preise bei zugleich steigenden KapazitĂ€ten und lĂ€nger haltenden Akkus sorgen dafĂŒr, dass Solarspeicher immer gefragter werden. Vor allem die sinkende EinspeisungsvergĂŒtung wirkt sich positiv auf den Markt fĂŒr Solarspeicher aus, denn es lohnt sich immer mehr, den selbst produzierten Strom auch selbst zu verbrauchen und die nicht verbrauchte Energie zu speichern.

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