EEG Solarförderung

Das erneuerbare Energien Gesetz (EEG)

Das erneuerbare Energien Gesetz (EEG) wurde im Jahr 2000 als Nachfolger des Stromeinspeisungsgesetz eingefĂŒhrt und seitdem immer wieder angepasst – zuletzt mit der Novelle EEG 2021, die am 01.01.2021 in Kraft trat. Das Gesetz verpflichtet die Übertragungsnetzbetreiber den Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen ins öffentliche Netz einzuspeisen. DafĂŒr bekommt der Anlagenbesitzer einen fĂŒr 20 Jahre festgelegten VergĂŒtungssatz.

Was ist eine EEG-Umlage?

Die EEG-Umlage ist Teil des erneuerbare Energien Gesetz (EEG) und dient der Finanzierung des Ausbaus der erneuerbaren Energien in Deutschland. Alle Energieverbraucher (Privatkunden und Industrie) sind verpflichtet diese Umlage zu bezahlen. Nur in AusnahmefÀllen wird eine verringerte Umlage erhoben. Aktuell profitieren etwa 2200 stromintensive Industrieunternehmen. (Siehe auch: EEG-Umlage)

Höhe der EEG-Umlage

Die Höhe der EEG-Umlage wird von den Übertragungsnetzbetreibern fĂŒr jedes Jahr neu festgelegt. FĂŒr das Jahr 2021 betrĂ€gt sie 6,5 Ct/kWh.

Betreiber von Photovoltaikanlagen (Eigenverbraucher) mĂŒssen im Gegensatz zum nicht priviligiertem Endverbraucher, einen 40%igen Anteil der EEG-Umlage zahlen, wenn die AnlagengrĂ¶ĂŸe ĂŒber 30 kWp ist, d. h. 2,6 Ct/kWh auf den selbst erzeugten und eigenverbrauchten Strom.

Festgelegte EEG-Umlage 2011-2022

Photovoltaikanlagen > 30 kWP (Wert in kWP: Spitzenleistung einer Photovoltaikanlage unter Standardtestbedingungen, wie Einstrahlung von 1000 W/mÂČ, Luftmasse AM von 1,5, Zelltemperatur von 25 ° C) oder 30.000 kWh Jahresertrag sind von der EEG-Umlage ausgenommen. Der Eigenverbrauch wird anhand moderner Messtechnik (Zweirichtungs-ZĂ€hler) durch den jeweiligen Netzbetreiber erfasst und an die Bundesnetzagentur gemeldet. Bei Anlagen bis 30 kWP ist ĂŒblicherweise kein DrehstromzĂ€hler fĂŒr die Erfassung der DC-Leistung erforderlich.

Zukunft der EEG-Umlage

In der Politik wird die Abschaffung der EEG-Umlage diskutiert. Zeitnah will das Bundeswirtschaftsministerium die Abschaffung der Umlage fĂŒr das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) stellen. CDU und SPD sind sich einig, dass es einer neuen Lösung fĂŒr die Finanzierung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien bedarf. Mittelfristig (ab 2022) soll die EEG-Umlage komplett abgeschafft und der Ausbau der Erneuerbaren ĂŒber den Haushalt finanziert werden. Unsicher ist, dass eine Neustrukturierung jedoch innerhalb der aktuellen Legislaturperiode auf den Weg gebracht wird.

PersonenidentitÀt und Eigenversorgung

Die PersonenidentitĂ€t von Anlagenbetreiber und Letztverbraucher ist gemĂ€ĂŸ § 5 Nr. 12 und § 6 EEG ein wichtiger Punkt in Hinblick auf die Eigenversorgung. Wenn Eigenversorgung vorliegt, muss unter UmstĂ€nden keine EEG-Umlage gezahlt werden (siehe Tabelle im Abschnitt Zusammenfassung nach AnlagengrĂ¶ĂŸe). FĂŒr die Betreibereigenschaft sind folgende Punkte maßgebend:

  • AusĂŒbung der tatsĂ€chlichen Herrschaft ĂŒber die Photovoltaikanlage
  • Eigenverantwortliche Bestimmung der Arbeitsweise
  • Übernahme des wirtschaftlichen Risikos bei Untergang der Anlage

Es liegt eine Eigenversorgung vor, wenn der Betreiber der Erzeugungsanlage die gleiche natĂŒrliche oder juristische Person ist, die den erzeugten Strom selbst verbraucht. Dabei darf der Strom allerdings nicht durch ein öffentliches Netz geleitet werden. Es wird ebenfalls als Eigenversorgung bewertet, wenn der Verbraucher ein Familienangehöriger des Betreibers der Stromerzeugungsanlage ist. Wenn keine Eigenversorgung vorliegt, ist die EEG-Umlage zu zahlen.

Wenn eine DachflĂ€che fĂŒr eine Solaranlage vermietet werden soll, sollte der Mieter der DachflĂ€che die Person sein, welche EigentĂŒmer der Photovoltaikanlage ist und selbst den Strom verbraucht, um so die Zahlung der EEG-Umlage zu umgehen. Rechtlich sicher sind „DachmietvertrĂ€ge“, die anwaltlich geprĂŒft werden sollten.

Direktvermarktung von Strom

Bei der Direktvermarktung wird der Strom nicht fĂŒr 20 Jahre mit einem festgelegten VergĂŒtungssatz abgenommen, sondern auf dem Strommarkt gehandelt. Mit welcher MarktprĂ€mie dabei zu rechnen ist, wird in Ausschreibungen bestimmt. Die verpflichtende Direktvermarktung beginnt ab einer AnlagengrĂ¶ĂŸe von 100 kWP und gilt fĂŒr Anlagen, welche ab dem 01.01.2016 in Betrieb genommen wurden oder Neuanlagen sind. Das Handeln an der Strombörse ĂŒbernimmt ein Direktvermarkter, mit dem der Anlagenbetreiber eine vertragliche Beziehung eingeht.

Smart Meter – Das intelligente Strommesssystem

Ein Smart Meter ist ein internetfĂ€hig intelligentes Strommesssystem. Der SmartMeter liefert die Daten an ein Energiemanagementsystem. Damit können die gemessenen Stromdaten online eingesehen werden. Das Ziel der EinfĂŒhrung von SmartMetern ist die Regelung des Stromnetzes durch die Abstimmung der einzelnen Stromerzeuger auf den aktuellen Verbrauch.

Eine Pflicht zum Einbau von Smart Metern betrifft vor allem Haushalte mit einem jĂ€hrlichen Stromverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden. Dies entspricht der gleichen Regelung, wie sie im Messstellenbetriebsgesetz geregelt ist, Anlagen ab 7 kWP bis 25 kWP ein Smartmeter-Gateway benötigen, welches die Ist-Einspeisung dokumentiert. Bei grĂ¶ĂŸeren Anlagen (ab 25 kWP) muss neben der Messung auch eine Regelung der Einspeiseleistung von außen erfolgen können.

Seit Januar 2020 ist der Einbau fĂŒr stromintensive Privathaushalte verpflichtend. Die Messstellenbetreiber sind nunmehr verpflichtet zertifizierte Smart-Meter-Gateways in den ZĂ€hlerschrĂ€nken zu installieren. Besitzer von PV-Anlagen vor 2020 mĂŒssen selbst nicht aktiv werden um einen Austausch der StromzĂ€hler vornehmen zu lassen.  Das ist Aufgabe des jeweiligen Messstellenbetreiber und obliegt diesem.

EEG-Novelle 2021

Eine Neuerung des EEGs trat zum 01.01 2021 in Kraft. Mit der Novelle wurden zahlreiche VerÀnderungen am Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) vorgenommen.

Das betrifft im Besonderen:

  • Keine Entrichtung der EEG-Umlage auf den selbst erzeugten und eigenverbrauchten Strom fĂŒr AnlagengrĂ¶ĂŸen bis 30 kWP oder 30000 kWh Jahresertrag. Das gilt fĂŒr Neuanlagen sowie fĂŒr Bestandanlagen und PV-Anlagen die ĂŒber 20 Jahre sind.
  • Ausschreibungspflichtig sind weiterhin Photovoltaikanlagen (Solarparks) ab einer GrĂ¶ĂŸe von 750 kWP. In den Ausschreibungen werden die DachflĂ€chen-Anlagen nunmehr allerdings von den FreiflĂ€chen-Anlagen getrennt, konkurrieren also nicht miteinander.
  • Anlagen ab einer GrĂ¶ĂŸe von 300 kWP erhalten lediglich auf 50 % der erzeugten Strommenge eine festgeschriebene VergĂŒtung. Wirtschaftlich sinnvoll ist das dann, wenn die HĂ€lfte des erzeugten Stroms selbst verbraucht wird. Die ĂŒbrigen 50 % werden direktvermarktet.
  • FĂŒr Mieterstromanlagen werden die ZuschĂŒsse erhöht.

Anlagen bis 10 kWp: 3,79 Ct/kWh
Anlagen bis 40 kWp: 3,52 Ct/kWh
Anlagen bis 500 kWp:  bei 2,37 Ct/kWh

  • Bei negativen Strompreisen wird die VergĂŒtung ausgesetzt. Bisher war dies nach 6 Stunden der Fall, jetzt tritt diese Aussetzung schon nach 4 h ein. Die Zeiten ohne VergĂŒtung entfallen in der Förderung nicht. Sie verschieben das Ende des VergĂŒtungszeitraums um diese Zeitspanne.

Die EEG-Novelle 2021 beinhaltet noch 16 offen Punkte, welche zeitnah gelöst werden sollen. DafĂŒr hat die Bundesregierung einen Entschließungsantrag vorgelegt, die weitere Änderungen am EEG bedingt.

Das derzeit aktuelle EEG finden Sie unter: EEG2021_201221.pdf (clearingstelle-eeg-kwkg.de)

Zusammenfassung nach AnlagengrĂ¶ĂŸe

Die GrĂ¶ĂŸe einer PV-Anlage hat verschiedene Folgen, wie zum Beispiel das Zahlen der EEG-Umlage.

Hier die wichtigsten Unterschiede:

AnlagengrĂ¶ĂŸe (kWp) EEG-Umlage Direktvermarktung SmartMeter EinspeisevergĂŒtung
bis 7 keine Zahlung auf selbst erzeugten und verbrauchten Strom, bei max. 30.000 kWh Jahresertrag nicht verpflichtend (fĂŒr Anlagen, Inbetriebnahme ab 01.01.2016) Keine Einbaupflicht Ja
7 – 25 Ist-Einspeisung muss auslesbar sein
25 – 30 Ist-Einspeisung auslesbar und Anlage regelbar
30 – 100 40 % EEG-Umlage auf selbst verbrauchten Strom
100 – 300 verpflichtende Direkt-vermarktung
300 – 750 auf 50 % der erzeugten Strommenge festgeschriebene VergĂŒtung oder komplett in Ausschreibung, dann aber ohne Eigenverbrauch

Ausschreibungspflichtig sind Photovoltaikanlagen mit einer AnlagengrĂ¶ĂŸe von 750 kWp.

Siehe auch:

Bilder: © Romolo Tavani – fotolia.com, © schwalm – fotolia.com

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